Bankaktien als Anlagefavoriten für 2015

Die Finanzkrise hat dafür gesorgt, dass Bankenaktien in der Gunst der Anleger stark gesunken sind. Österreichischen Sparern erschienen die mit diesen Werten verbundenen Risiken als zu groß. Experten bezweifelten immerhin die Überlebensfähigkeit einiger Kreditinstitute. Nach den überraschend guten Ergebnissen des von der EZB (Europäischen Zentralbank) durchgeführten Bankenstresstest schätzen viele Finanzfachleute Bankaktien jedoch wieder deutlich positiver ein.

Erleichterung nach Bankenstresstest

Die EZB hat im Rahmen ihres Stresstests 130 Kreditinstitute im Euroraum gründlich geprüft. Lediglich 25 Banken haben diesen Test nicht bestanden. Bei allen anderen Instituten, darunter bis auf eine Ausnahme auch sämtliche deutschen Großbanken, stellten die EZB-Prüfer eine ausreichende Eigenkapitalausstattung fest. Die Märkte reagieren auf die Veröffentlichung der Ergebnisse ausgesprochen positiv. Einige Experten erwarten sogar, dass 2015 das Jahr der Banken an der Börse wird. Die Entwicklung seit Beginn des Börsenjahres scheint ihnen Recht zu geben, so hat zum Beispiel die Aktie der deutschen Commerzbank in der ersten Januarhälfte bereits mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen. Dies ist umso bemerkenswerter, weil diese deutsche Traditionsbank von der Finanzkrise besonders stark betroffen war und nur durch eine teilweise Verstaatlichung gerettet werden konnte. Noch attraktiver präsentiert sich die spanische Santander Bank mit einem Kursanstieg von 30 Prozent. Fundamental ist dieser Wertzuwachs europäischer Bankaktien durchaus begründet. Die Kreditinstitute haben unrentable Geschäftsbereiche aufgegeben und sich auf ihr Kerngeschäft konzentriert. So haben sie ausgezeichnete Voraussetzungen geschaffen, um nachhaltig hohe Gewinne zu erwirtschaften.

Gute Aussichten für den EuroStoxx 50

Fachleute erwarten, dass das Bestehen des Bankenstresstests auch zu einem Anstieg der Notierungen des Eurostoxx 50 führen wird. Dieser Index umfasst die 50 größten europäischen Aktiengesellschaften, darunter auch bedeutende Kreditinstitute wie die Banco Santander, Deutsche Bank und die Société Générale. Insbesondere wenn die EZB wie allgemein erwartet ihre Niedrigzinspolitik fortsetzt, dürfte dies zu einer weiteren Erholung der Ergebnissituation der europäischen Banken führen. Sparer, die von dieser Entwicklung profitieren möchten, entscheiden sich für einen Passivfonds, der den Eurostoxx 50 nachbildet. Die Veranlagung in einen Indexfonds ist auch wegen der geringen Verwaltungsgebühren empfehlenswert. Darüber hinaus gehen Investoren mit derartigen Fonds aufgrund dessen Diversifikation weniger Risiko ein als mit dem Erwerb einzelner Bankaktien.

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