Finanzbegriffe kurz erklärt: Inflation, Deflation und Bruttoinlandsprodukt

In der Wirtschaftspresse, bei Finanzberatern und in den Nachrichten ist von verschiedenen Begriffen aus der Finanzwelt die Rede. Schlagworte wie Inflation, Deflation oder Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden mit einer großen Selbstverständlichkeit benutzt. Doch nur wenige Verbraucher verstehen wirklich, was die einzelnen Begriffe meinen. Hier finden Sie einen kleinen Überblick über wichtige Fachbegriffe aus der Finanzwelt.

Die Inflation: Wenn alles teurer wird

Das Wort Inflation hat lateinische Wurzeln und bedeutet „anschwellen“ oder „sich aufblähen“. Bei der Inflation verliert das Geld seine Kaufkraft. Verbraucher erhalten bei gleichem Einkommen weniger Waren für ihr Geld. Generell wird zwischen der gefühlten und der tatsächlich gemessenen Inflation unterschieden. Die reale Inflation berechnen Fachleute mithilfe eines genormten Warenkorbs. Verbraucher, die bevorzugt Waren kaufen, die aktuell einer Preissteigerung unterliegen, spüren einen Geldwertverlust. Werden im statistischen Warenkorb diese Preissteigerungen durch Preissenkungen an anderer Stelle ausgeglichen, klaffen die gefühlte und die tatsächliche Inflation auseinander. Die Inflation kann auch über einen Preisindex des Bruttoinlandsprodukts (BIP) berechnet werden. Das ist immer dann sinnvoll, wenn die Inflationsraten verschiedener Staaten miteinander verglichen werden sollen.

Die Deflation: Depressionsgefahr für die Wirtschaft

Fallen die Preise für Waren und Dienstleistungen dauerhaft, dann reden die Fachleute von einer Deflation. Die Absatzmärkte befinden sich in einer Krise, denn das Angebot übersteigt langfristig die Nachfrage. Preissenkungen wegen fehlender Nachfrage kurbeln die Wirtschaft nicht an. Die geringeren Einnahmen führen zu niedrigeren Investitionen. Kurzarbeit oder Standortschließungen können die Folge sein. Die Deflation kann nicht nur die mangelnde Nachfrage bei Waren und Dienstleistungen betreffen. Ein typisches Beispiel sind die geplatzten Immobilienblasen der letzten Jahrzehnte. Wegen der erwarteten Wertsteigerung investierten Anleger über Kredite in Betongold. Als die Immobilien an Wert verloren, führten die bestehenden Kredite zur Überschuldung bei Tausenden Anlegern.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP): Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes

Alle innerhalb eines Jahres in einem Land produzierten Güter machen das Bruttoinlandsprodukt eines Landes aus. Zu den Gütern zählen alle Waren und Dienstleistungen. Der ermittelte Wert gibt Aufschluss über die Wirtschaftsleistung im Land. Wird das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner berechnet, zeichnet es den Wohlstand der Bevölkerung ab. Österreich liegt über dem Schnitt der wirtschaftlich entwickelten Staaten.

Bild: thinkstockphotos, iStock, Panasevich