Frankenkredite: Mit einer Umschuldung Sicherheit gewinnen

Es war die erste Schocknachricht des neuen Jahres aus der Welt der Finanzen: Die Schweizer Notenbank verkündete Mitte Januar, dass sie mit sofortiger Wirkung den Euro-Mindestkurs in Höhe von 1,20 Schweizer Franken aufgibt. In der Folge sank der Wechselkurs sofort massiv und pendelt gegenwärtig um die Franken-Euro-Parität.

Österreichische Frankenkredite stürzen viele Haushalte in ernste Schwierigkeiten

Zahlreiche österreichische Immobilienbesitzer, die ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung mit einem Währungskredit in Schweizer Franken finanziert haben, stellt diese Entwicklung vor massive Probleme. Ihre Kreditverpflichtungen haben sich durch den Kurssturz des Euro gegenüber dem Franken um zweistellige Prozentsätze erhöht. Immobilienkäufer, die zum Beispiel einen Frankenkredit in Höhe von 200.000 Euro zu einem Kurs von 1,55 Franken je Euro aufgenommen haben, müssen nun über 70.000 Euro mehr zurückzahlen. In Österreich erfreuten sich die Frankenkredite seinerzeit großer Beliebtheit, weil die Zinsen für diese Fremdwährungsdarlehen deutlich unter denen vergleichbarer Eurokredite lagen. Seitdem jedoch auch im Euro-Raum eine lang andauernde Niedrigzinsphase angebrochen ist, entfällt dieser Vorteil.

Bei akzeptablem Wechselkurs handeln

Allen Betroffenen ist grundsätzlich zu einer Umschuldung zu raten. Nur ein Kredit in Euro bietet eine planbare Rückzahlung und damit Sicherheit. Allerdings sollten Kreditnehmer nicht vorschnell handeln, sondern auf einen passablen Wechselkurs warten. Experten rechnen damit, dass sich der Euro-Franken-Kurs in absehbarer Zeit auf einen Wert von 1,10 Franken erholen wird. Mit einer Umschuldung des Frankenkredits in Euro realisieren Bankkunden zwar Währungsverluste in erheblicher Höhe, sind aber anschließend vor weiteren bösen Überraschungen sicher. Zahlreiche Frankenkredite sind als endfällige Darlehen vereinbart, die erst zum Ende der Laufzeit in einer Summe zu tilgen sind. Mittlerweile ist diese Kreditform für private Kunden verboten, weil sie zu hohe Risiken birgt. Wer noch einen endfälligen Frankenkredit besitzt, sollte eine Umschuldung in einen Euro-Ratenkredit vornehmen. Dann leisten Kreditnehmer monatliche Raten, die auch einen Tilgungsanteil enthalten, sodass sie ihren Immobilienkredit über die gesamte Laufzeit zurückzahlen. Wem die sich daraus ergebende monatliche Belastung zu hoch ist, schuldet nur die halbe Kreditsumme in einen Ratenkredit um.

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