Geld anlegen für Kinder – welche Freibeträge kann man nutzen?

Zinseinkünfte aus Kapitalanlagen zählen zum Einkommen und unterliegen damit grundsätzlich der Einkommenssteuerpflicht. Mit Einführung der Abgeltungssteuer wurde für Zinseinkünfte eine Sonderregelung geschaffen, die sich bei höheren Einkommen vorteilhaft auswirkt, nicht jedoch, wenn das Einkommen unterhalb des Steuerfreibetrags liegt. Eine Verteilung der Kapitalanlagen auf Kinder kann daher sinnvoll sein.

Pauschalierung der Kapitalertragssteuer

Mit dem Endbesteuerungsgesetz von 1993 wurde in Österreich die pauschale Kapitalertragssteuer von 25 Prozent eingeführt. Mit Zahlung der Kapitalertragssteuer entfällt die weitere Einkommenssteuerpflicht für Zinseinkünfte. Sie müssen Ihre Zinseinkünfte also nicht mehr in der Einkommenssteuererklärung angeben. Diese Regelung ist vorteilhaft, wenn Ihre allgemeine Einkommenssteuer höher ist, als 25 Prozent. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn Ihr jährliches Einkommen etwa 20.000 Euro übersteigt.

Steuerfreibeträge sind nicht vorgesehen

Freibeträge, für die eine pauschale Kapitalertragssteuer nicht anfällt, sieht das Endbesteuerungsgesetz aus Vereinfachungsgründen nicht vor. Damit unterliegen auch geringfügige Zinseinkünfte der Kapitalertragssteuer.

Auf Antrag Verzicht auf Kapitalertragssteuer möglich

Der Sinn der Kapitalertragssteuer besteht in der Vereinfachung der Zinsbesteuerung. Da der Einkommenssteuersatz der Anleger in der Regel über 25 Prozent liegt, ist damit eine Steuerersparnis verbunden. Anders verhält es sich jedoch, wenn das Einkommen eines Anlegers so gering ist, dass der Einkommenssteuersatz niedriger ist. Ein Anleger mit einem Gesamteinkommen bis 3.640 Euro im Jahr ist zudem vollständig von der Einkommenssteuer befreit. Da sich die Pauschalbesteuerung der Zinseinkünfte in diesem Fall nachteilig auswirken würde, besteht auf Antrag die Möglichkeit zum Verzicht auf die Anwendung der pauschalen Kapitalertragssteuer. In diesem Fall meldet der Steuerpflichtige seine Zinseinkünfte freiwillig zur Einkommenssteuer an.

Steuerersparnis durch Anlagen im Namen der Kinder

Da in Österreich alle natürlichen Personen und somit auch Kinder einkommenssteuerpflichtig sind, Kinder in der Regel aber nicht über ein eigenes Einkommen verfügen, ist es sinnvoll, einen Teil des Vermögens auf die Namen der Kinder anzulegen. Verzichten Kinder auf die pauschalierte Abgeltungssteuer, sind sie zur Abgabe einer Einkommenssteuererklärung verpflichtet. Sofern die Zinseinkünfte niedriger sind als der einkommenssteuerliche Freibetrag, fallen keinerlei Steuern für Kapitalerträge an. Sind die Zinserträge nicht höher als 7.300 Euro, liegt der Einkommenssteuersatz ebenfalls deutlich unter 25 Prozent.

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