Niedrigzinsen – wo lohnt sich Geldanlage noch?

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank treibt konservativen Anlegern die Tränen in die Augen. Tagesgelder, Sparguthaben und Anleihen bieten nur noch Renditen, die steuer- und inflationsbereinigt kaum noch Gewinne bieten. Der deutsche Finanzminister hat sogar das Kunststück geschafft, mit der Ausgabe von Anleihen Geld zu verdienen – das Agio lag über dem Zinssatz. Chancenorientierte Anleger sehen das eher gelassen, da sie von jeher in Aktien investieren.

Die Aktienkurse haben zwar aktuell eine kleine Pause eingelegt, profitieren aber schon lange von der restriktiven Zinspolitik in Frankfurt und Brüssel. Wer sich bislang nur auf Einlagen konzentrierte, muss umdenken, wenn er weiterhin Vermögensausbau statt Vermögensabbau betreiben möchte. Es bleibt jedoch die Frage: „Wo und wie?“.

Über den Tellerrand hinausschauen

Im Grunde bieten sich nur wenige Alternativen, darunter allerdings auch Exoten:

  • Aktien,
  • Immobilien,
  • strategische Metalle,
  • seltene Erden.

Während Aktien und Immobilien hinlänglich bekannt sind, entwickeln sich strategische Metalle und seltene Erden erst kontinuierlich zu echten Depotbeimischungen. Strategische Metalle unterliegen, im Gegensatz zu Gold, einem permanenten Konsum, da sie industriell verwertet werden und damit einen echten Bedarf bedienen. Die steigende Nachfrage bestimmt hier den Kurs, anders als bei Gold. Hier basiert der Kurs hauptsächlich auf psychologischen Momenten. Zu strategischen Metallen zählen beispielsweise Silber und Iridium. Ein solches Investment setzt allerdings voraus, dass der Anleger über einen gewissen Zeithorizont verfügt, da die Rendite aus den Kurssteigerungen und nicht aus Ausschüttungen resultiert.

Seltene Erden – ein seltenes Investment

Für seltene Erden, also Erden mit einem hohen Anteil an Rohstoffen, die ebenfalls industriell verarbeitet werden, gilt dasselbe wie für strategische Metalle. Anleger müssen sich auf einen bestimmten Zeithorizont einstellen, bevor sie eine überdurchschnittliche Rendite realisieren können. Zu den Hauptexporteuren zählen China, Russland und Kanada. Der Erwerb erfolgt über spezielle Makler, die sich ausschließlich mit dem Handel von seltenen Erden und strategischen Metallen beschäftigen. Diese beiden Anlageklassen mögen auf den ersten Blick exotisch klingen, die Vergangenheit zeigte jedoch, dass beide Alternativen attraktive Renditen bieten und die Kurse aufgrund des Verbrauchs der Materialien bereits mittelfristig nach oben tendieren.

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