Sprengstoff für den Goldpreis: Schweizer Volksabstimmung über Goldreserven Ende November

“Rettet unser Schweizer Gold – Volksvermögen schützen” lautet die Parole einer Initiative in der Schweiz, die am letzten Sonntag im November 2014 für einen extremen Anstieg des Goldpreises sorgen kann. Obwohl die Schweiz über die größten Goldreserven pro Kopf der Bevölkerung weltweit verfügt, ist eine Gruppe um den national-konservativen Politiker Lukas Reimann der Auffassung, dass die Goldreserven der Nationalbank nicht ausreichen und verlangen eine Aufstockung um fast 1.800 Tonnen.

Warum soll die Schweizer Nationalbank ihre Goldreserven aufstocken?

Die Antwort der Initiatoren der Volksbewegung auf diese Frage ist einfach. Hohe Goldreserven bilden ein sicheres Fundament für die Stabilität des Schweizer Franken. Dieses halten sie für notwendig, da Euro und Dollar ihrer Auffassung nach vom Verfall bedroht sind. Dem Schutz der Schweizer Wirtschaft soll daher ein ausreichend hoher Goldvorrat dienen. Gegen die Auffassung des Schweizer Parlaments, der Regierung und der Wirtschaft soll die Erhöhung der Goldreserven mit einer Volksabstimmung durchgesetzt werden.

Umfangreiche Goldaufkäufe in den nächsten fünf Jahren

Stimmen die Schweizer Wahlberechtigten am 30. November für die Aufstockung der Goldreserven, ist die Schweizer Nationalbank gezwungen, ihre Goldreserven in den nächsten fünf Jahren auf 20 Prozent ihrer Aktiva zu erhöhen, indem sie 1.800 Tonnen Gold aufkauft. Nach Angaben der Zürcher Zeitung entspricht diese Menge 67 Prozent der jährlichen weltweiten Goldförderung. Doch die Währungsstabilität hat auch einen Haken, denn bereits im Vorfeld der Volksabstimmung ist der Kurs des Schweizer Franken deutlich gestiegen. Hält dieser Trend an, wird die Schweizer Nationalbank für Milliarden Franken Euro kaufen müssen, damit die eigene Exportwirtschaft keinen Schaden nimmt. Ab Dezember könnte dann jeder Devisenkauf zusätzlich von der Verpflichtung begleitet sein, weitere Goldreserven anzuschaffen – eine harte Prüfung für die Leistungsfähigkeit der Schweizer Nationalbank.

Spekulationen bereits im Vorfeld

Nach der Bekanntgabe des bevorstehenden Referendums in der Schweiz und ersten Umfragen, nach denen die Mehrheit für die Goldkäufe stimmen wollte, nahmen die Goldkäufe am internationalen Markt bereits zu und führten zu einem ersten Anstieg des Goldpreises. Die letzten Umfragen ergaben ein entgegengesetztes Ergebnis mit der Folge, dass der Goldpreis wieder einbrach. Voraussagen über die Goldpreisentwicklung bleiben also unsicher.

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