Crowdinvesting im Immobilienbereich – wie riskant ist das?

Die Finanzierungs- und Anlageform des Crowdinvesting entstammt der Idee, Kapital für Start-ups oder Kunstprojekte im Internet zu sammeln, um teure Bankfinanzierungen zu vermeiden. Inzwischen bieten Plattformen das Crowdinvesting auch für die Finanzierung von Immobilien an. Der reizvolle Gedanke, mit vergleichsweise geringem Einsatz zum Kreditgeber oder gar Immobilien-Miteigentümer zu werden, birgt jedoch auch Risiken, die Sie in Ihre Überlegungen einbeziehen sollten.

Grundlagen des Crowdinvesting für Immobilien

Traditionell findet ein Crowdinvesting auf einer Internet-Plattform zur Kapitalbeschaffung für

  • Projekte in Nischenbereichen wie Kunst und Kultur
  • Unternehmensgründungen
  • Immobilienkäufe

statt. Charakteristisch für das Crowdinvesting ist die Finanzierung eines konkreten Projekts durch kleine Beteiligungen einer großen Masse von Kapitalgebern. Beim Immobilien-Crowdinvesting investieren Sie gezielt in eine Immobilie Ihrer Wahl. Vor der Beteiligung sollten Sie sich über die Erfolgsaussichten der jeweiligen Immobilie eingehend informieren, um die Renditeaussichten und Ihr Risiko einschätzen zu können.

Crowdinvesting unabhängig von Banken und Finanzkrisen

Verbunden mit der Philosophie des Crowdinvesting ist der Verzicht auf teure Bankkredite und damit die Unabhängigkeit von unberechenbaren Reaktionen auf vorübergehende wirtschaftliche Engpässe und Finanzkrisen. Damit schafft das Crowdinvesting einen größeren Spielraum für die Immobiliengesellschaften. Für Sie als Investor ist damit ein Risiko verbunden, da Sie selten an unternehmerischen Entscheidungen beteiligt und auf das unternehmerische Geschick der Immobiliengesellschaft angewiesen sind. Speziell in Immobiliengeschäften sind Bankdarlehen jedoch neben der Crowd-Finanzierung möglich und tragen zur Risikoerhöhung bei.

Begrenztes Risiko durch stille Beteiligung

Ihre Beteiligung beim Crowdinvesting einer Immobilie führt nicht zum Immobilien-Miteigentum, sondern zu einer stillen Beteiligung mit Anspruch auf Gewinnbeteiligungen. Für Sie als Anleger birgt diese rechtliche Stellung den Vorteil, dass sich das Verlustrisiko auf Ihren Anteil beschränkt. Die Gewinnbeteiligung bezieht sich auf Gewinne aus Mieteinnahmen und Verkaufserlösen und kann hohe Renditen mit sich bringen. Da sich der Wert von Immobilien zwar durch einen ungünstigen Verkaufspreis verringern kann, Immobilien ihren Wert aber selten ganz verlieren, ist ein vollständiger Verlust Ihrer Einlage eher unwahrscheinlich. Diese Gefahr besteht lediglich, wenn Banken an der Gesamtfinanzierung beteiligt sind, denn im Fall der Insolvenz werden kreditgebende Banken vor privaten Investoren bedient.

Bild: thinkstockphotos, iStock, PIKSEL