Das Drei-Säulen-Modell: Ein Verfahren zur Zukunftssicherung

Sinkende Geburtenzahlen und gleichzeitig eine immer höhere Lebenserwartung stellen die Pensionssysteme in Österreich und Europa vor eine große Herausforderung. Eine immer kleinere Gruppe Arbeitnehmer muss eine stetig wachsende Gruppe an Pensionisten finanzieren. Damit das System nicht kippt, muss die staatliche Pensionsvorsorge reformiert werden. Nachbarn wie die Schweiz oder auch Schweden zeigen, dass das Drei-Säulen-Modell sinnvoll ist. Ziel dieser Variante ist, dass mindestens 50 Prozent der späteren Pension privatkapitalgedeckt erwirtschaftet werden.

Die Pensionsvorsorge auf drei Säulen verteilt

Die erste Säule der Pensionsvorsorge in den Beispielländern macht die staatliche Pensionsvorsorge aus. Alle Einwohner im arbeitsfähigen Alter zahlen in dieses System ein, auch Selbstständige und nicht Erwerbstätige. Die Höhe der Zahlungen hängt vom individuellen Einkommen ab. Dieses Umlageverfahren macht rund die Hälfte der Pensionen aus. Außerdem zahlen Selbstständige oder Hausfrauen und -männer bisher nicht ein.

Der Arbeitslohn als Pensionsvorsorge

Auch die zweite Säule wird von der staatlichen Pensionsvorsorge gebildet. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen zu beiden Teilen einen festgelegten Prozentsatz des Gehalts an die staatliche Pensionsvorsorgeversicherung. In Schweden fließt der größte Anteil dieser Beiträge in die staatliche Pensionskasse. Ein kleinerer Anteil wird in Wertpapierfonds angelegt. Die erste und die zweite Säule zusammen erwirtschaften im Drei-Säulen-Modell allerdings nur circa 50 Prozent der später ausbezahlten Pension.

Eigenverantwortung wird gestärkt

Die dritte Säule des Systems bildet die private Altersvorsorge. Über Sparangebote mit Steuervergünstigungen und Wertpapierfonds als Geldanlage sollen die Einwohner genügend Kapital ansparen. Später finanzieren sie davon etwa die Hälfte ihrer Bezüge im Alter selbst. Im Drei-Säulen-Modell bietet der Staat keine ausreichend hohe Pension mehr an. Über die staatliche Zukunftsvorsorge erhalten die Bürger lediglich eine Basis für ihre spätere Pension. Große Teile der Altersvorsorge müssen von jedem Einzelnen eigenverantwortlich erwirtschaftet und angespart werden.

In der Schweiz und in Schweden erweist sich das Drei-Säulen-Modell als Erfolg. Besonders in Schweden, wo zusätzlich ein durchdachtes Konzept die Geburtenrate anhebt, sind die Pensionen in der Zukunft gesichert. Viele Staaten geben die Altersvorsorge in die Hand der Verbraucher. Auch die Niederlande und Dänemark zahlen lediglich eine Basisrente. Dazu kommen die betriebliche gestützte und die private Vorsorge.

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