Mit Öko-Zertifikaten Kosten sparen: Nachhaltige Immobilien mit Gewinn

Das höchste Gebäude Österreichs ist vielleicht der der prominenteste Vertreter dieser Spezies: Der 250 Meter hohe DC-Tower 1 an der Donau gehört zu den neuen Gewerbe-Immobilien, die in den vergangenen Jahren von unabhängigen Instituten öko-zertifiziert wurden. Das „Green Building“-Zertifikat nach LEED („Leadership in Energy and Environmental Design“, entwickelt vom U.S. Green Building Council) ist eines von vielen Zertifikaten oder Öko-Labels, ohne die moderne Bürogebäude in punkto Attraktivität am Markt heutzutage fast nicht mehr auskommen.

Denn Umweltbewusstsein und Energie-Effizienz haben in diesem, aber auch in anderen Bereichen des Immobilienmarkts Einzug gehalten. Ganz nachhaltig.

Grünes Denken in Duschköpfen

Das Zertifizieren von Bürogebäuden als Nachweis für ökologisches Bauen hat für alle Beteiligten Vorteile. Sowohl Investoren als auch potenzielle Mieter schätzen die Zertifizierungen – vor allem letztere tun sich bei Vorhandensein eines Zertifikats mit dem Zuschlag leichter. Die von nationalen und internationalen Institutionen vergebenen Zertifikate bedeuten für Mieter gesicherte Qualität sowie günstigere Betriebskosten, und alle Beteiligten – Investor, Bauherr, Mieter – profitieren bei der Vergabe des Zertifikats von einem „grünen“ Image. Auch für das Gebäude selbst ist der Auditing-Prozess nützlich: Schon ab der Planungsphase begleiten Auditoren den Bau über alle Fertigungsphasen hinweg, was zur Steigerung der Qualität führt. So können während des laufenden Prozesses neue Ideen entwickelt werden, die für mehr Nachhaltigkeit und Kostenersparnis sorgen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Duschköpfe, die in einem Hotelkomplex innerhalb des DC-Towers installiert wurden: Von den LEED-Kriterien sensibilisiert, haben die Planer für sie eine Lösung entwickelt, die bei gleichbleibender Qualität Wasser spart – und sich somit positiv bei den Kosten auswirkt und die Umwelt schont.

National und international: die Öko-Label in Austria

Das bereits erwähnte LEED-Zertifikat stammt aus den USA und gehört zu den international bekanntesten Gebäudebewertungssystemen. Internationale Zertifikate wie dieses kommen meist dann zum Einsatz, wenn globale Konzerne und US-Investoren mit im Spiel sind.
Ein bekanntes nationales ökologisches Gütesiegel ist die ÖGNI („Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft“). Sie ist Partnerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB), auf deren Zertifizierungssystem es auch basiert. Die Mission des Vereins ist unter anderem die „Aufgabe, Inhalte, Wege und Lösungen zum Bauen, zur Bewirtschaftung und Nutzung von nachhaltigen Immobilien (Blue Buildings)“ zu fördern. Dieses nachhaltige Bauen soll möglichst durch eine integrale Planung ermöglicht werden.

Die Initiative „klima:aktiv“ ist aus der Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums entstanden. Sie steht für Energie-Effizienz, ökologische Qualität, Komfort und Ausführungsqualität beim Bauen und Sanieren von Privathäusern und Gewerbeimmobilien. Dafür hat die Initiative Kriterienkataloge entwickelt, die die Einhaltung hoher Standards gewährleisten soll.

Das Bewertungssystem der ÖGNB („Österreichische Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“) ist weitestgehend mit dem von klima:aktiv identisch. Beide Systeme wurden in enger Abstimmung miteinander bereits weiterentwickelt. Zusätzlich fließen Forschungsergebnisse aus dem Projekt „Haus der Zukunft“ mit ins Bewertungssystem ein.

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